Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Regensburg

Zukunftstag an der Kreuzschule für Schulwegsicherheit

Kinder spielen dort, wo sonst Autos warten: Der Zukunftstag der Kreuzschule zeigte Möglichkeiten auf, wie der Raum vor der Schule sicherer werden könnte. Der ADFC Regensburg unterstützte aktiv und fordert dauerhafte Lösungen.

Kind malt auf Straße, im Hintergrund stehen viele Menschen
Beim Zukunftstag der Kreuzschule gehörte die Straße den Kindern. © Verena Riehl

Regensburg, 3. Juli 2026 – Kinder, die auf der Straße vor ihrer Schule malen, spielen und ihr Umfeld aktiv gestalten. Der „Zukunftstag“ an der Kreuzschule im alten Stadion, ein Aktionstag des Elternbeirats, zeigte Möglichkeiten auf, wie der Raum vor der Schule sicherer und kinderfreundlicher gestaltet werden könnte. Die Botschaft „Weniger Verkehr bedeutet mehr Sicherheit für unsere Kinder.“ richtete sich an Eltern, die ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule bringen, und an eine Stadtpolitik, die bisher zu wenig gehandelt hat.


Das tägliche Konfliktfeld vor der Kreuzschule
Hintergrund der Aktion ist die gefährliche Verkehrssituation in der Lessingstraße morgens und nachmittags nach Schulende. Regelmäßig kommt es besonders am Fahrrad-Schutzstreifen vor der Schule zu brenzligen Situationen durch Elterntaxis. Denn um die als „Kiss & Go“-Zone vorgesehene Haltebucht zu erreichen, kreuzen die Autofahrenden diesen Streifen, oft ohne auf Radfahrende zu achten. Hinzu kommen riskante Wendemanöver und Fahrzeuge, die mittags in zweiter Reihe auf dem Radweg oder auf der Verkehrsinsel parken. Besonders für Kinder, die den Schulweg auf dem Radweg alleine zurücklegen, ist die Unfallgefahr hoch. 
Der Elternbeirat hat die Stadt in der Vergangenheit mehrfach auf diese Situation hingewiesen und Verbesserungen gefordert. Lediglich ein Schild, das Autofahrende auf Kinder aufmerksam machen soll, wurde daraufhin aufgestellt und der Fahrrad-Schutzstreifen rot eingefärbt. Beides hat die Situation nicht ausreichend verbessert.


Bunter Zukunftstag skizziert Vision eines sicheren und kindgerechten Schulumfelds 
Nach den wenig ergiebigen Appellen wählte der Elternbeirat mit dem „Zukunftstag“ nun einen neuen Ansatz. Er ließ die Lessingstraße mittags für den Autoverkehr sperren, damit Kinder, Eltern und Vertreter:innen von Stadtpolitik und Verwaltung erleben konnten, wie sich der Raum vor der Schule ohne Autos anfühlt und nutzen lässt.
Und so zeigte sich am Freitag, 3. Juli 2026, zum Schulschluss ein gänzlich anderes Bild als sonst: Kinder strömten auf die Straße und nahmen sie in Besitz. Es wurde mit Kreide gemalt, ausgelassen gespielt und Zukunftsbilder gestaltet, wie sich die Kinder die Lessingstraße wünschten. 
Die Regensburger Kreisverbände des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Verkehrsclubs Deutschlands (VCD) klärten über Verkehrssicherheit auf dem Schulweg, Alternativen zum Elterntaxi und sichere Infrastruktur für Fußgänger und den Radverkehr auf. Auch die 2. Bürgermeisterin Dr. Helene Siegloch (Die Grünen), der 3. Bürgermeister Thomas Thurow und Florian Rottke (Die Brücke), die Stadtratsmitglieder Julia Lang (CSU), Alexander Irmisch, Claudia Neumaier, Andrea Diermeier (SPD), Lisa Brenner (Volt), Astrid Lamby (ÖDP) und Vertreter:innen der Stadtverwaltung waren vor Ort und tauschten sich mit Eltern, Schulleitung und Vertreter:innen der Verkehrsverbände aus.

Die Botschaft des Elternbeirats an Eltern, Stadtspitze und Verwaltung
Für Jessica Suttner aus dem Elternbeirat war der Tag ein unmissverständliches Signal: „Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht. Der Zukunftstag ist unser Zeichen an die Stadt: Wir erwarten konkrete Maßnahmen, wie der Straßenraum rund um die Schule sicherer und kinderfreundlicher gestaltet werden kann. Die heutige Aktion soll zu neuen und mutigen Entscheidungen inspirieren.“ 


Die Schulleitung unterstützt die Aktion und hofft auf Einsicht bei Elterntaxis
Rektorin Beate Müller begrüßt den Einsatz des Elternbeirats. „Weniger Autoverkehr rund um unsere Schule bedeutet mehr Sicherheit für die Kinder, egal, ob sie zu Fuß, mit dem Roller oder dem Rad kommen. Leider gibt es bisher bei einigen Eltern wenig Einsicht, ihre Kinder nicht mit dem Auto zu bringen. Eltern und Kinder haben heute erlebt, was ohne Autoverkehr möglich ist. Ich hoffe, dass der Zukunftstag dazu beiträgt, dass ein Umdenken stattfindet.“ 


Was Verkehrsexperten sagen
Bei der Planung und Vorbereitung des Zukunftstags wurde der Elternbeirat durch Verkehrsexperten des VCD und ADFC unterstützt. Ingolf Radcke, Mitglied des Vorstands des VCD Regensburg und des ADFC Regensburg, benennt das Kernproblem: „Der motorisierte Elterntaxi-Verkehr ist eines der größten Sicherheitsprobleme rund um Schulen. Aber er nimmt Kindern die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu machen und so das sichere Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen. Wir haben heute Alternativen zum Elterntaxi aufgezeigt. Die Politik ist in der Pflicht passende Rahmenbedingungen und ein sicheres Schulumfeld zu schaffen.“ 
Die Verbände stellten vor Ort Möglichkeiten vor, den motorisierten Hol- und Bringverkehr im Schulumfeld zu reduzieren, wie zum Beispiel Laufbus und Fahrradbus (Bicibus), bei denen die Kinder begleitet von Erwachsenen in der Gruppe sicher zu Fuß bzw. mit dem Rad zur Schule kommen. 
Benedikt Benz, Vorsitzender des ADFC Regensburg, betont die Bedeutung der Infrastruktur: „Wir brauchen Lösungen, die das System verändern, nicht nur das individuelle Verhalten. Dazu müssen Radfahrende geschützt werden, der Hol- und Bringverkehr deutlich reduziert und neu geordnet werden. In anderen Städten bewähren sich unter anderem Schulstraßen, die zeitweise für den Autoverkehr gesperrt werden. Sie funktionieren, weil sie Eltern und Kindern eine echte Alternative zeigen.“


https://regensburg.adfc.de/neuigkeit/zukunftstag-an-der-kreuzschule-fuer-schulwegsicherheit

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