Stellungnahme zur Sperrung der Brücke über den Kanal bei Pfaffenstein
Der Steg beim Pfaffensteiner Wehr wird von Februar bis Dezember 2026 saniert. Für Radfahrende bedeutet das eine lange Sperrung und Umwege. Der ADFC fordert bessere Umleitungswege und eine Verbesserung der Brücke statt reiner Bestandserhaltung.

Für den ADFC ist unverständlich, dass die Sanierung der Brücke über den Kanal bei Pfaffenstein mit einer Sperrung von voraussichtlich zehn Monaten von Februar bis Dezember 2026 veranschlagt wird und die Stadt außerdem keine zufriedenstellenden Umleitungsmaßnahmen für Radfahrende und Fußgänger getroffen hat.
Wir setzen uns derzeit dafür ein, die Umleitungsstrecke zu verbessern. Konkret fordern wir, die Treppen an der Oberpfalzbrücke mit Rampen zu versehen, damit Fahrräder und Roller hoch- und runtergeschoben werden können. Dies würde den Umweg erheblich verkürzen und die Querung der Frankenstraße überflüssig machen. Außerdem sollte das wassergebundene Wegstück südlich entlang des Kanals asphaltiert werden, um bei schlechtem Wetter Verschmutzungen für die Nutzerinnen und Nutzer zu vermeiden.
Diese Verbesserungen sind unserer Einschätzung nach technisch einfach, mit überschaubarem Aufwand und schnell umsetzbar. Leider fanden unsere Vorschläge bislang weder bei der Stadtverwaltung noch bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung Gehör.
Generell sind wir enttäuscht, dass die Brücke lediglich bestandserhaltend saniert wird, anstatt die Gelegenheit für eine nachhaltige Verbesserung zu nutzen. Die aktuelle Konstruktion mit drei 90-Grad-Kurven und fehlender Abfahrt nach Westen auf der Kanalnordseite ist baulich eine absolute Minimallösung. Insbesondere der unklare Anschluss an den Radweg auf der Kanalnordseite wird mit zunehmendem Radverkehr immer mehr zum Problem.
Der ADFC wurde leider erst im Dezember 2025 über die zehnmonatige Sperrung informiert. Dies ist umso enttäuschender, da wir sowohl der Verwaltung als auch Stadtratsmitgliedern mehrmals die Probleme bei dieser Brücke aufgezeigt haben. Eine vertane Chance, die den unbefriedigenden Zustand wieder für die nächsten 30 Jahre zementiert.
Hintergrund zur Brücke
Die Brücke wurde 1998 als Ersatz für den Rad- und Fußweg, der auf der Autobahnbrücke geführt wurde, errichtet. Dieser Vorgängerweg bot auf der Donau-Nordseite komfortable Abfahrten sowohl nach Osten als auch nach Westen, wurde aber dann zur Autobahnfahrspur umfunktioniert. Die Sanierung, die seit 2022 geplant ist, umfasst die Erneuerung der Bohlen, der Betonplatten an den Auffahrten sowie die Sanierung des Stahlgerüsts. Die Arbeiten müssen in Abstimmung mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK erfolgen.