Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Regensburg

Stellungnahme zum Bebauungsplan Westhafen

Der ADFC Regensburg weist auf die Netzbedeutung des geplanten Radweges durch das Gebiet des Bebauungsplans hin. DIe Route stellt eine der wenigen Donauquerungen im Stadtgebiet dar

Ein Kartenausschnit der Regensburger Hauptradrouten zwischen Eiserner Brücke und Odessa-Allee
Der Radweg entlang des Westhafens (rot markiert) als wichtige Nord-Ost-Verbindung im Hauptradroutennetz © Benedikt Benz, Radmonitor Regensburg. Kartenmaterial © OpenStreetMap Mitwirkende

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Bebauungsplan Nr. 274, Westhafen / Ölhafen nimmt der ADFC Regensburg wie folgt Stellung.

Am 22.03.2022 hat der Stadtrat der Stadt Regensburg beschlossen, das 172 km lange Hauptradroutennetz umzusetzen und damit ein flächendeckendes und aufeinander abgestimmtes System von sicheren und komfortablen Strecken einzuführen. Seitdem werden sukzessive einzelne Maßnahmen dazu umgesetzt, und im Oktober 2024 konnte die erste Route offiziell eröffnet werden. Die Schaffung dieser Hauptrouten wurde bereits 2019 bei der Annahme des Bürgerbegehrens „Radentscheid Regensburg“ durch den Stadtrat als vorrangiges verkehrspolitisches Ziel der Stadtentwicklung festgelegt und bekam durch das nicht weiter verfolgte StadtbahnProjekt eine nochmals höhere Relevanz zur Bewältigung künftiger Mobilitätsanforderungen.

Durch den Geltungsbereich des Bebauungsplans 274 führen zwei dieser geplanten Hauptrouten: Eine Verbindung zwischen Straubinger Straße und Donau-Arena, sowie eine abzweigende Route südlich der Donau Richtung Altstadt. Beide Routen müssen aus Sicht des ADFC weiterverfolgt und im Bebauungsplan festgeschrieben und gesichert werden.

Zwischen Altstadt und östlicher Stadtgrenze enthalten die geplanten Hauptradrouten lediglich vier Donauquerungen für den Radverkehr, wovon eine durch die faktische Verwerfung des Holzgartenstegs bereits massiv geschwächt wurde. Die Route entlang der Bahntrasse stellt für den Radverkehr perspektivisch (nach dem mittelfristig notwendigen Neubau der Bahnbrücke mit ausreichenden Seitenwegen) die attraktivste Verbindung dar, da sie komplett unabhängig der Hauptachsen des Kfz-Verkehrs verläuft, so wie bei der Annahme des Bürgerbegehrens im Jahr 2019 durch den Stadtrat formuliert. Es handelt sich außerdem um eine direkte Verbindung bevölkerungsreicher Stadtteile zu Industrie, Gewerbe, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, Dienstleistungs- und Freizeitzielen auf der jeweils anderen Donauseite. Ausgehend von Start- und Endpunkt einer nicht realisierten Verbindung entlang der Bahntrasse entstünde so ein Mehrweg von etwa 1,8 km, was mehr als eine Verdopplung des Teilweges darstellt.

Auch als Teilstück der Verbindung Regensburg-Nord –Burgweinting/Obertraubling ist die Route als äußerst bedeutend anzusehen.

Unter diesen Aspekten und im Sinne der Verkehrsentwicklung der Stadt Regensburg ist die Weiterverfolgung dieser Route essenziell wichtig.

Aufgrund der Bedeutung der oben genannten Route und der darauf zu erwartenden Frequenz stellt die Verbindung zwischen dem Weg entlang der Bahntrasse parallel des Donausüdufers in Richtung Innenstadt ebenfalls eine wichtige Anbindung dar. Nicht zuletzt sind auch für die zahlreichen Beschäftigten im Hafengelände und dessen Umfeld die beiden genannten Wegebeziehungen relevant für ihre Wege mit dem Rad oder zu Fuß.


https://regensburg.adfc.de/neuigkeit/stellungnahme-zum-bebauungsplan-westhafen

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